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Donnerstag, 06. März 2014

"Reiseführer" durch die Komplexität

Buch K und NAls "Reiseführer" im Dschungel der Veränderungen liefert das neue Werk aus dem Haus Königswieser & Network wertvolle Hinweise zu den Erfolgsfaktoren im Wandel. So beleuchten die verschiedenen Autoren neben Kommunikation auch den Umgang mit Strategie, Führung, Kultur, Steuerung und Organisation. Darüber hinaus werden im ersten Kapitel die Rolle des Beraters und dessen Professionalität in "schwierigem Gelände" thematisiert. Aus meiner Sicht eignet sich das Buch gerade vor diesem Hintergrund nicht nur für Beraterkollegen. Es kann auch Entscheidern in Unternehmen dabei helfen, die Beraterqualität unter die Lupe zu nehmen.

Kontrollverlust erfordert neue Kompetenzen

Im Kapitel "Kommunikation als konzertierter Dialogprozess" beleuchte ich gemeinsam mit Martin Zahner unter anderem, wie sich die großen Trends auf das Kommunikationsmanagement und die Gesamtorganisation auswirken. So bestimmen die Forderung nach immer mehr Transparenz, die steigende Demokratisierung in der Medienlandschaft sowie atemberaubende Tempi und Echtzeitkommunikation den Meinungsmarkt. 

Der damit einhergehende Kontrollverlust in Bezug auf Inhalte und Steuerung der Kommunikation erfordert neue Strategien, Strukturen und Kompetenzen. So entwickelt sich der Kommunikationsmanager von heute - ergänzend zu seiner Rolle als Fachexperte für Kommunikation - auch zum Prozessgestalter, Befähiger und Wegbereiter. Er ist moderierend und beratend tätig, weiß wie Konflikte entstehen und kann Metakommunikation zielführend nutzen. Um in diesen neuen Rollen wirken zu können, braucht der Kommunikationsmanager vor allem Macht und zwar informeller Art. Denn als Funktion, die an den Schnittstellen Brücken baut und verschiedene Bereiche im Unternehmen zusammenführt, fehlt ihm die disziplinarische Durchschlagskraft, die er seiner Linienfunktion heute noch überwiegend hat.

Neue Kultur der Offenheit ist gefragt

Auch der wachsenden Anforderung nach Dialog und Beteiligung muss eine wirkungsvolle Kommunikation heute gerecht werden. Gerade hier zeigt sich, dass viele Unternehmen aufgrund ihrer Führungskultur und organisationalen Struktur noch eher hierarchischen als demokratischen Prinzipien folgen. Im Zeitalter der kollaborativen Zusammenarbeit sind Führungskräfte und Mitarbeiter jedoch dann besonders handlungsfähig, wenn sie zuhören, unterschiedliche Meinungen einbeziehen und deren Handeln von Offenheit und Transparenz geprägt ist.    

Thesen zum Bedeutungswandel der Kommunikation

Neben konkreten Empfehlungen und Fallbeispielen, liefern Martin Zahner und ich auch zahlreiche Thesen zum Bedeutungswandel in der Kommunikation. Hier eine kleine Auswahl:

  • Auch wenn wir immer mehr virtuell kommunizieren, so wächst gleichzeitig unser Bedürfnis nach persönlicher Kommunikation - von Angesicht zu Angesicht. Denn Menschen wollen Menschen sehen, spüren und hören - direkt und echt.
  • Die Interne Kommunikation wird an Bedeutung gewinnen. Die Mitarbeiter sind beruflich wie privat vernetzter denn je und werden somit als Träger von Wertbotschaften des Unternehmens immer wichtiger.
  • Die "autoritäre Kommunikation" von Unternehmen wird weiter abnehmen. Das heißt, Organisationen müssen Teil der sie selbst betreffenden Kommunikationsprozesse werden und können sie immer weniger autonom über "Verlautbarungen" steuern.

Ich freue mich, dass das Buch bereits mehrfach rezensiert wurde - auch über die kritischen und konstruktiven Hinweise und Anmerkungen. Unter anderem von Thomas Engelhardt im Blog der transformation lab ,von Karsten Trebesch in der Zeitschrift für Organisationsentwicklung    (Ausgabe 1/2014), sowie im Online-Wirtschaftsmagazin Primus-Interpares. Dankeschön!

Autorin: Sabine Grözinger

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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