Wie halten Sie es mit Veränderungen?

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Donnerstag, 06. Juni 2013

Wie halten Sie es mit Veränderungen?


OffenheitWas ist hilfreich im Change? Zum Beispiel die Hingabe zur Aufgabe und unser Blick auf die Welt. Weitere starke Antworten lieferte die Karma Konsum Konferenz in Frankfurt, die Ende Mai bereits zum siebten Mal stattfand.

Es sind vor allem unsere Grundhaltungen und Werte, die Veränderungsprozesse leichter oder schwerer machen. Das gilt nicht nur für den Wandel zur Nachhaltigkeit, der auf der Konferenz das zentrale Thema war, sondern ganz generell für Veränderungsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft. Hier meine Essenz der wichtigsten Botschaften der Konferenz zur Haltung im Wandel:

Offen sein für andere Perspektiven

Weiterentwicklung ist möglich, wenn wir offen sind für andere Meinungen und Ansichten. Ein gutes Lernfeld bieten die sozialen Netzwerke. Denn sie sind lebendiger Marktplatz für unterschiedlichste Sichtweisen und damit ein guter Impuls- und Resonanzgeber für Unternehmen im Austausch mit ihren Stakeholdern. Unterschiedliche Perspektiven in Veränderungsprojekten zuzulassen, schafft zudem den Zugang zu mehr Wissen im Unternehmen und eröffnet schneller passende Lösungswege.

Selektive Wahrnehmung akzeptieren

Jeder sieht die Welt mit seinen eigenen Augen. Allein das anzuerkennen ist
hilfreich, um andere Sichtweisen besser zu verstehen und konstruktiv statt
abwehrend damit umzugehen. Kein Workshop in den letzten Jahren, in dem nicht
für mich deutlich wurde, wie unterschiedlich Dinge verstanden und aufgefasst
werden. Eine große Herausforderung für die Kommunikation! Eigentlich bin ich
immer wieder erstaunt, dass wir uns trotz selektiver Wahrnehmung doch noch irgendwie verstehen.

Seine eigenen Gewohnheiten reflektieren und ehrlich damit umgehen

Ich- bzw. Selbst-Bewusstheit wurden auf der Konferenz mehrfach als
wichtige Fähigkeiten genannt, um Entwicklungsprozesse positiv zu gestalten. Das
gilt sowohl für jeden Einzelnen, als auch für Organisationen. Wer sind wir als Firma, wofür stehen wir, was können wir gut und worüber stolpern wir immer wieder? All das sind wichtige Fragen, wenn es zum Beispiel um Veränderungsprozesse oder Marken- bzw. Identitätsarbeit in Unternehmen geht.

Ängste annehmen und durch sie hindurchgehen

Leichter gesagt als getan. Wer will schon ein Angsthase sein und das wohlmöglich auch noch auf dem Chefsessel? Doch Ängste sind zutiefst menschlich und jeder von uns kennt dieses mulmige Gefühl in der Magengrube. Umso leichter sollte es sein, sich Ängste zuzugestehen, diese offen anzusprechen - sofern es die Situation erlaubt - und durch diese Akzeptanz leichter in eine angstfreie Zone zu gelangen. Auch dafür braucht es Zeit zum Reflektieren, den ehrlichen Umgang mit sich selbst und auch Mut, hier neue Wege zu wagen.

Geduld, Liebe und Durchhaltevermögen

In dieser Aussage im Vortrag von Helmy Abouleish hat mich vor allem die Liebe überrascht. Bei seinem fast unglaublichen Wunder-Wüstenprojekt Sekem in Ägypten hat ihm die liebevolle Hingabe zum Thema sehr geholfen. Auch eine starke Vision war für ihn ein wichtiger Erfolgsfaktor. Denn darin steckt ja zumeist die ganze Energie und Freude an einer zu lösenden Aufgabe.

In Visionen, die außer Geschäftszahlen auch die emotionalen Seiten eines unternehmerischen Unterfangens im Blick haben, liegt auch aus meiner Erfahrung eine enorme Zugkraft in Veränderungs- und Entwicklungsprozessen. Dafür lohnt es sich, Zeit und auch Liebe zu investieren. Schließlich geht es in Veränderungen nicht nur um Zahlen, Daten und Fakten, sondern immer auch um uns Menschen.